Saitensprung mit Folgen

Anfang Juni/Brachet erschien nun doch die Befragung mit meiner Wenigkeit im Saitensprung-Magazin Nr. 3, welches vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, Hochschule für Musik und Theater Hannover herausgegeben wird. Selbst die dort veröffentlichte Kurzversion sorgte für mächtigen Wirbel. Auf Seiten des Nationalen Widerstandes wurde die Veröffentlichung zu Recht bejubelt, war dies doch ein grandioser Durchbruch der Schweigespirale. Immerhin hat das Heft eine Auflage von 3000 Exemplaren. Zusätzlich gibt es noch eine PDF-Version zum Runterladen. Die Einheitsfront aus Gutmenschen, Demokraten und Antifaschisten dagegen drehte vollkommen durch. Im Focus war zu lesen, daß sich das Wissenschaftsministerium aus Hannover eingeschaltet hat und eine Stellungnahme der Hochschule fordert. Man mokierte sich darüber, daß „radikale Positionen ein ungefiltertes Forum finden“, so ein Ministeriumssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Man spricht hier also ganz offen seinen Unmut darüber aus, daß gewisse Ansichten ungefiltert, somit unzensiert an die Öffentlichkeit geraten sind.  Und das aus dem Munde eines Ministeriumssprechers. Entlarvender geht es nicht mehr. Es wäre ja auch eine Zumutung, den Leser sich selbst eine eigene Meinung bilden zu lassen. Ohne ideologisch verfärbten Unterton der den Leser in eine gewollte Richtung schiebt, geht es in einer wahren Demokratie eben doch nicht. Die taz hat es mit dem Titel „Entlarvung fehl geschlagen“ schon ganz gut getroffen. Obwohl hier die Frage erlaubt sei, wie denn eine „Entlarvung“ hätte aussehen und vor allem was hätte entlarvt werden sollen? Schließlich beklagt man doch gerade die Tatsache, daß ich ausführlich zu Wort gekommen bin. Wie jedoch soll ich mich denn entlarven, wenn mir eben dies verwehrt wird? Wenn man mich als radikalen, identitären und nationaldenkenden Menschen nach meinen Ansichten fragt, sollte es unter zivilisierten Menschen mit einem Mindestmaß an Anstand eine Selbstverständlichkeit sein, mich so antworten zu lassen wie ich es für angemessen halte, und nicht so, wie es der Frager gerne hätte. Plumpheit liegt mir nun mal fern. Wenn mich das Thema Medizin interessiert, unterhalte ich mich mit einem Mediziner und nicht mit einem Klempner.

Nicht wirklich überraschend, aber einer Analyse wert, sind die stereotypen Wortbausätze, die in den entsprechenden Pamphleten gebetsmühlenartig verwendet werden, um beim Leser einen möglichst negativen Beigeschmack zu hinterlassen. Da ist von Stahlgewitter als „rechtsextremistisch eingestufte Skinhead-Band“ die Rede. Das keiner von uns Musikern ein Skinhead ist, scheint dabei nicht zu interessieren. Daß ich mich selbst nicht als Extremisten, sondern als Radikalen bezeichne scheint ebensowenig von Belang zu sein, wie die Tatsache, daß ich mit den Bezeichnungen rechts und links nichts anfangen kann. Von mir als NAZI-Rocker ist die Rede, obwohl ich mich selbst als nationalen Gruppenegoisten, also als NAGREG, bezeichne. Es ist ja nicht so, daß ich mich möglichst bieder geben möchte. Ganz im Gegenteil. Nur nehme ich mir das Recht heraus, selbst die Schublade beschriften zu dürfen, in die ich gesteckt werde. Das nennt man Individualismus. In der BRD soll das offiziell der ganz große Renner sein, nur zu finden ist er schwer. Ich halte Volksgemeinschaft generell für eine tolle Sache. Nur möchte ich nicht jeden dabei haben, nur weil er zwangsweise meinem Volk angehört. Ich möchte nicht jedem Asozialen helfen, nur weil er ein Landsmann ist, sondern nur denen, die es meiner Meinung nach wert sind. Gemeinschaft ja – aber nicht für jeden.

Überraschend bekam ich einen sehr erfreulichen e-Brief aus der Tschechei, besser gesagt aus Südmähren. Dort gibt es einen Blog mit dem Namen „Der wissenshungrige Winzenz“ (Zvidavy Vincenc). Der Betreiber des Blogs ist durch ein nonkonformes Portal  auf die Saitensprung-Befragung aufmerksam geworden und hat sie kurzer Hand ins Tschechische übersetzt. Das wirklich erstaunliche jedoch daran ist, daß diese tschechische Übersetzung nach Angaben des Betreibers bis Anfang Juli über 3500mal gelesen wurde! Die Kommentare der tschechischen Leserschaft sind alle absolut wohlwollend und zustimmend. Man spricht dort sogar schon „über einen „Durchbruch“, der eben aus Deutschland kommt (!). Denn eine derartige Befragung eines hässlichen Rechtsextremisten wäre hierzulande in den etablierten Medien im Moment gar nicht denkbar. Man sieht halt, wie schön „sie alle“ weltweit gleiche Geige spielen.“ Der Betreiber arbeitet daran, seinen Blog demnächst zweisprachig zu betreiben, „damit die Leser aus beiden Ländern etwas voneinander hören, was nicht den Vorgaben unserer netten Medienlandschaft entspricht.“ Meiner Meinung nach ein absolut unterstützenswertes Projekt. Für jene, die der tschechischen Sprache mächtig sind, bzw. in Zukunft die deutsche Version einsehen möchten, hier der Verweis: http://zvidavyvincenc.wordpress.com/2011/06/13/velky-rozhovor-s-nacistickym-hudebnikem/

Ein großes Lob an dieser Stelle, wenn auch für den Empfänger ganz unverhofft, an die Redaktion des Saitensprung-Magazins, die (zumindest bis jetzt) genug Arsch in der Hose hat, nicht im Staub zu kriechen und um Vergebung bettelt. Natürlich war mein Gesprächspartner sehr tendenziös und viele der mir wichtigen Stellen wurden gestrichen. Auch das man am Ende so tat, als müßte ich noch dafür dankbar sein, befragt zu werden, obwohl man auf mich zugekommen ist, war nicht gerade sehr ritterlich. Dennoch hat man mit dem Abdrucken eine gewisse Standhaftigkeit gezeigt. Wollen wir hoffen, daß es auch so bleibt.

Hier nun noch ein paar gesammelte Werke unqualifizierter Äußerungen:

http://www.gew.de/Mit_Nazis_reden.html

http://www.focus.de/panorama/vermischtes/stahlgewitter-wissenschaftsministerium-kritisiert-interview_aid_639503.html

http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/entlarvung-fehlgeschlagen

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2011/06/10/nazirocker-in-der-hochschulzeitung_6519

http://www.lag-antifa-nds.de/index.php?option=com_content&view=article&id=123:offener-brief-an-prof-gunther-reus-&catid=5:antifaschismus&Itemid=12

http://de.indymedia.org/2011/06/309420.shtml

www.perli.de/images/drucksachen/klanfragnazissaitensprung.pdf

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2 Kommentare zu „Saitensprung mit Folgen

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